Mi

20

Dez

2017

Verschwommene Sicht

 

 

 Das Leben ist wie eine Stickerei. In der ersten Hälfte siehst du die Vorderseite. In der zweiten die nicht ganz so schöne Rückseite. Aber dafür siehst du die Fäden, wie alles zusammenhängt und wie es gemacht ist.

 

Arthur Schopenhauer

Wie kommt es eigentlich, dass im Herbst die Sicht schlecht wird und wir die Welt nur noch wie durch einen Nebel betrachten können? Natürlich, werden Sie sagen, das Wetter wird diesig, die Luftfeuchtigkeit nimmt zu, Dunkelheit und trübes Wetter. Aber das DAO fragt ja immer nach den tieferen Sinn der Dinge.

 

 

 

Das Sehen ist im 5 Elemente System im Element Holz zugeordnet. Dem Frühling, wenn die Welt all die wunderbaren Dinge hervorbringt, die durch ihre Form und Farbe und ihr Grün, das Auge erfrischen. Der Herbst dagegen, der die sichtbare Welt immer kühler und karger werden lässt, ist wenig für das Auge ausgelegt. Die Wandlungsphase Metall, der der Herbst zugeordnet ist, bildet eine Art natürliches Gegenteil zum Frühling des Holz-Elementes. Statt üppiger frischgrüner Blättermeere zeigen die Bäume nur noch ihren dunklen, graubraunen Stamm und erdfarbene Blätter, die am Boden auf ihren Übergang in eine tiefere, dunklere Phase ihres Daseins warten. 

 

Die Vergänglichkeit ist nichts, was wir gerne sehen. Die Kosmetik- und Schönheits-Industrie profitiert mit über 16.000 Millionen Euro Marktvolumen pro Jahr davon. Menschen, die sich in der Lebensphase des Metall-Elementes, den Wechseljahren, befinden, ziehen sich entweder langsam zurück aus der Öffentlichkeit oder sie versuchen nach Außen das Bild der frischen Vorgängerphasen zu behalten. Vielleicht ist es sogar kein Wunder, dass ohnehin ab 50 die Sehstärke extrem nachlässt und wir somit auch unsere Altersgenossen nicht mehr so deutlich sehen. Dies jedenfalls ist der Anlass für mich, um über das Sehen und den Herbst nachzudenken.

 

Seit einiger Zeit laufe ich also durch die Welt und sehe nur noch unscharf. Die Anzeigetafel bei der Bahn oder andere Hinweisschilder sind für mich nicht mehr lesbar. Ich muss mich also mehr und mehr auf meine Erfahrung konzentrieren und einen inneren Kompass benutzen, um an meine Ziele zu gelangen. Das fällt mir, besonders bei gewohnten Wegen, nicht schwer. Und wenn der innere Zeitplan genügend Raum einräumt kann ich mich wunderbar bewegen. In gewisser Weise genieße ich sogar, dass ich die Welt ein wenig weicher wahrnehme. Ich habe ohnehin die Menschen nie verstanden, die in allen Details und Verwicklungen, alles was um sie herum passiert mitbekommen wollen.

 

 

Ich sehe das eher wie Schopenhauer und genieße die verschwommen wirkende Sicht, weil sie mir die wahre Tiefe…die innere Sicht…leichter macht.

Mi

21

Jun

2017

Denken ohne zu fühlen

 

 

 

 

"Ich bin ein alter Mann und ich habe viel Schreckliches erlebt, doch das meiste davon ist zum Glück nie eingetreten." 

 

 

 

Mark Twain

Ich selber erlebe es. Je mehr Geschwindigkeit mein Leben aufnimmt desto stärker wird es: Mein Nervensystem stellt sich auf reflexartiges Handeln und Denken, ich schmecke, rieche und lausche nicht mehr während ich handle. Anstatt mir die Zeit zu nehmen die Situation erst einmal in ihrer vollen Dauer, Qualität und Bedeutung wahrzunehmen, lasse ich meine gut geschulten Reflexe einfach übernehmen. Ich glaube, ich könne nur effektiv sein, wenn ich die Langsamkeit ausrotte und blitzschnell reagiere.

 

Aber was, wenn das, was ich erlebe, (noch) gar nicht eingetreten ist? Wenn das Fühlen der Situation mir ein vollkommen anderes Bild vermitteln würde. Dann wäre meine brillante geschulte, reflexartig schnelle und effiziente Reaktion zwar genau das, nur leider an der falschen Stelle.

 

Wie so oft plädiere ich also für das YIN. Also dafür, auch die verborgenen Seiten einer Situation wahrzunehmen. Die Sinne zu öffnen und nicht schon im Vorfeld mit einer Absicht zu verschließen. Der Absicht zum Beispiel Schreckliches zu vermeiden.

 

Ich werde oft gefragt, wie die Absichtslosigkeit im Shiatsu funktioniert. Die Absicht ist ein Phänomen des YANG. Sie ist auf ein Ziel ausgelegt und ein Ziel liegt meist im Außen. Bewertung und Schnelligkeit sind die Begleiterscheinungen. Um eine Absicht zu verfolgen erlauben wir selten, einen langsamen Gang der Dinge und schon gar nicht Zieloffenheit.

 

Das YIN, mit seiner Langsamkeit, dem diffusen, Fühlenden erscheint für das Erreichen einer Absicht völlig ungeeignet. „Geschehen lassen“ und „Annehmen“ stehen nicht auf unserer Liste der effektivsten Fähigkeiten. Aber genau darum geht es bei dem Handeln in Absichtslosigkeit: Ein Ziel zu erreichen, ohne den natürlichen Lauf der Dinge verändern zu wollen.

 

Haben Sie sich schon einmal, wie Mark Twain gefragt, wie oft Sie nur durch das Denken, Sie wüssten, wie eine Situation ist, deren natürlichen Veränderungsprozess behindert haben, bei dem sich diese Situation eventuell als völlig harmlos hätte herausstellen oder entwickeln können.

 

Das ist absichtsloses Shiatsu: Wenn wir unsere Absicht, Harmonie im Körper wieder herzustellen, nicht als Antreiber verstehen, der uns zu einer schnellen Lösung des Problems oder der Vermeidung der Störung drängt. So, dass wir „das Schreckliche“ bereits erleben, ohne auch nur die Ruhe aufgebracht zu haben, zu fühlen, wie und ob dieser Schrecken überhaupt schon eingetreten ist.

 

Ja das Shiatsu ist eine mutige Körpertherapie-Methode. Es traut sich, die nötige Zeit zu nehmen um in der Tiefe wahrzunehmen, wie die Situation wirklich ist. Shiatsu hilft dabei ehrlich in den gegenwärtigen Moment zu fühlen.

 

Aber doch nicht in DAS SCHRECKLICHE“ mögen Sie sagen.

Doch, auch in DAS SCHRECKLICHE.

 

Denn zum Einen, sollte man sich schon vergewissern, aus welchem Material ein Dämon nun besteht. Aus Luft oder fester Materie. Und zum Anderen weiß ich durch das Shiatsu um die Wandelbarkeit einer jeden Situation. Wie blöd wäre es denn in meiner Schockstarre zu verharren und das Schreckliche sich nicht verwandeln oder auflösen zu lassen? Statt dessen nehme ich doch lieber DAS GLÜCK des Wandels wahr, und dass viele meiner Befürchtungen gar nicht eintreten.

So

26

Jun

2016

Hoch-Zeit um in die Tiefe zu kommen

 

In ca einem Monat werde ich erneut heiraten und einer Verbindung den Rahmen geben, den sie vom ersten Moment an inne hatte.

 

Im Dao ist die Hochzeit dem "Himmel" und dem "Feuer" zugeordnet. Dem höchsten Bewusstsein und der Emotionder Liebe. Die Wandlungsphase entspricht dem jungen Erwachsenen-Alter. Nun bin ich schon fast 50 Jahre alt und heirate zum zweiten Mal. Sehr viel stärker als der Phase des "Feuers" fühlt sich meine Hochzeit mit den Themen der drei folgenden Wandlungsphasen verbunden:

"Erde", Verbindung und Familie, "Metall", Klarheit und Wahrhaftigkeit, und  "Wasser"...dass die Begegnung mit meinem Mann sich wie ein Treffen lange verbundener Seelen angefühlt hat. Eines ist sicher: Unsere Ehe wird eine immerwährende Reise sein.

 

Ich werde mit meinem zukünftigen Mann zu diesem Standesamt am Meer, das aussieht, wie ein Ufo, wandern. Statt Hochzeitsreise wollen wir die Tage vor unserem "ja" nutzen, um in einer Art Pilgerwanderung durch die mecklenburgische Seenlandschaft zu diesem Ort zu gelangen, an dem unsere Reise in noch größerer Tiefe miteinander beginnt....unser Geist, unsere Absicht, unsere Liebe und das Einverständnis zu unserer Verbindung .... wie mit dem Abheben eines Ufos .... in alle Sphären und  über das Meer verbreitet werden, wie eine "Himmelsbotschaft".

 

Na ja, und auch wenn wir mit unserer HOCH-ZEIT nicht mehr so richtig in der dazugehörenden Lebensphase der Jugend sind, wird die Qualität des " Feuer"-Elementes, das Licht, die Wärme und Leidenschaft der Liebe, die uns mit einer so schlafwandlerischen Sicherheit  zusammengeführt hat, auch in diesem Moment anwesend sein.

Das klare Licht der Sonne, die Weite des Meeres, die Erfahrung unserer Seelen .... verleihen uns einen klaren, von Wertschätzung und Wahrheit, von Liebe und Respekt, von leidenschaftlicher Freude aneinander, von Vertrauen und Verbindung ... gehaltenen Rahmen. 

Di

31

Mai

2016

Die Seele entspannt sich in einer Freiheit des Herzens.

 

Ich liebe den Monat Mai und den Frühling!

 

In diesem Jahr habe ich direkt nach den Osterfeiertagen wieder einmal den wunderbaren Kurs "Shiatsu-Watsu" zusammen mit meinen Kollegen Michael Schmidt geben dürfen. Eines der Highlights war der Moment im Holzelement, bei dem ich nichts anderes tat, als eine gute Musik aufzulegen und ein paar Klebepunkte zu verteilen

....und schon war die ganze Gruppe in der dynamisch, spielerischen Qualität dieser Wandlungsphase des Frühlings!

 

Keine andere Energierichtung macht soviel Spaß wie die, des Elementes "Holz"!

Wir kennen das Element "Holz" im Westen nicht. Sie ist Teil des asiatsischen Element-Systems. Tatsächlich empfinde ich die Qualität dieser Wandlungsphase in Asien sehr viel stärker als im Westen.

In Asien wächst und entwickelt sich alles in einer rasenden Geschwindigkeit. Man schaue nur einmal darauf, wie nach Naturkatastrophen, alles innerhalb kürzester Zeit und aus dem "Nichts" wieder aufgebaut wird, und jeden Tag neue Hotels, Restaurants und Läden entstehen. Mit jeder noch so keinen Fähigkeit werden Möglichkeiten geschaffen, die das Leben der Menschen weiter verbessert.

 

Man hat den Eindruck "nichts läuft nach einem vorgefertigten Plan", sondern es geht um den gegenwärtigen Moment. Und dieser Moment ist so laut, so raumnehmend, so witzig, oder auch polternd, durchsetzungsfähig und so lebendig... wie er eben ist.

 

In dieser Energie seine neuen Lebenswege zu beschreiten ist eine Wohltat.

 

Mit Unbeschwertheit in den Frühling und Sommer zu starten: Die Haare fliegen frei, die Bewegung ist frei, die Stimme ist frei... und vor allem auch die Seele entspannt sich in einer Freiheit des Herzens.

Mo

25

Jan

2016

Mit der einfachen Erfahrung zufrieden sein.

Besonders zum Jahresbeginn ist es oft nicht leicht, unsere Erfahrung des frostigen Tages, mit den freudig erhofften Wünschen zusammen zu fügen, die unser Sylvester begleitet haben. Mit Funken sprühenden Raketen und Licht-Regen wurden neue Bilder von uns selbst und einem frischen, sich nicht so alltäglich anfühlenden, Alltags in den Himmel geschickt. Nun kommt im besten Fall der Schnee in weißen Flocken, oft aber auch ein grauer Regen vom Himmel herunter. Er scheint das Bild in eine schlammige Farbe zu verwaschen und wir beginnen zu zweifeln, ob unsere Wünsche in der eigenen Welt Möglich sind.

In diesen Tagen ist es wichtig, uns an den ständigen Wandel zu erinnern, wie ihn uns die Wandlungsphase Erde spüren lässt. Wir sollten vom "Schauen" und "Streben" in die Zukunft noch einmal einen Schritt zurück gehen, in das "Schmecken" des Momentes und eine geradezu "körperliche" Wahrnehmung. Diese Übergangszeit ist noch keine, die Veränderungen nach Außen zeigt, sondern ein innerer Prozess, des tieferen Verbindend mit der eigenen Substanz.

 

Meine Lehrerin für Body-Mind Centering, Bonnie Bainbridge Cohen, sagte uns diesen Satz:

 

"Dein Geist ist wie der Wind.Und dein Körper ist wie der Sand.

Wenn du wissen willst, wie der Wind weht, schaue dir den Sand an."

 

Vielleicht lassen sich diese Schlamm-farbenen Wintertage, mit der Erfahrung unserer wandlungsfähigen Substanz der "Seele", zu etwas wunderschönem wandeln!

Fr

27

Nov

2015

Nachruf und Gedanken zum Thema Vater

 

 

Im Dao sieht man die Vater Qualität als eine Eigenschaft des Magen Meridians. Diese Qualität bestimmt, wie wir auf das Leben zu gehen und es in uns aufnehmen.

 

Sehr stark wird diese Qualität bestimmt durch den eigenen Vater und dessen Zugang zum Leben.

 

Mein Vater ist dem Leben vielfach mit Gelassenheit, Humor und einem hohen Maß an Liebe begegnet....

Als Kind in Kriegsjahren, als Frisör und später als Masseur, als Vater und zweifacher Ehemann, als jemand, der mehrere Wohnhäuser in seinem Leben gebaut hat...ist er dem Thema der Wandlungsphase ERDE, der Verwurzelung, der Gemeinschaft und Verbindung mit den Menschen und der Familie immer sehr nah gewesen.

 

Er hat mich gelehrt, einen versöhnlichen und liebevollen Blick auf die Menschen anzustreben und Äußerlichkeiten in ihrer Unwichtigkeit zu erkennen. Mein stark Körper-betontes Einfühlungsvermögen und die Freude an Geselligkeit, die Wichtigkeit der Familie und das Zulassen von Weichheit, war sein Erbe.

 

Aus tiefstem Dank und Liebe zu meinem Vater, der am 4. September gestorben ist.

 

Möge er in eben solchem Frieden ruhen, wie den, den er mir und meinem Leben geschenkt hat!

 

Mo

29

Jun

2015

Drei Brüder, drei Könige ...

 

 

Es gibt im Shiatsu einen Meridian, eine Leitbahn für Lebensenergie, welche den Namen "Dreifacher Erwärmer" trägt. Er verbindet KÖRPER, SEELE, und GEIST

 

Meine amerikanische Shiatsu-Lehrerin nannte den "Dreifachen Erwärmer-Meridian" den "Reise-Meridian". Sie meinte damit seine ausgleichende Wirkung, die bei Reisen in neue Umgebung benötigt wird. Wärmeausgleich, Zeitverschiebung, sich an die neue Nahrung und Umgebung zu gewöhnen.

 

Ich sehe den Meridian auch als einen "Reise-Meridian". Einer der uns begleitet bei der Reise zwischen KÖRPER, GEIST und SEELE.

Körper, Seele und Geist sind 3 wichtige Instanzen, 3 Geschwister, 3 Freunde, 3 Könige, die unser Land gleichberechtigt führen sollten. Ist ihre Kommunikation gestört, sollten die Drei gemeinsam eine Reise unternehmen. 

 

Bei einer Reise weiß niemand genau was geschehen wird und wie die Welt, die der Reisende sieht gestaltet ist. Der Reisende ist ein Lernender. Das heißt er ist offen und wird ungeahnte neue Wege beschreiten.

 

Oft bewegt sich der Mensch erst in Richtung einer inneren Reise, wenn körperliche oder emotionale Probleme auftreten. Wenn die Leistungs- oder einfach die Entspannungs-Fähigkeit nachlässt. Vielleicht geht die Arbeit nicht mehr so leicht von der Hand, die Beziehung zu den liebsten Menschen wird schwierig. Wir haben Schmerzen, kleine oder größere Unfälle, ...

 

Zum Glück geschehen solche Ungleichgewichte. Denn dann wird eines spürbar: Dass die drei Ebenen Körper, Seele und Geist nicht getrennt voneinander sind.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch schöne Sommer-Reisen, einen harmonisch verbundenen Sommer, in dem die Energie des Dreierwärmers euch in Körper, Seele und Geist verbindet!

 

 

 

 

Mi

29

Apr

2015

Erschütterung verarbeiten ...

 

Nur wenige Stunden ist es her, dass ein starkes Erdbeben die Menschen in Nepal erschüttert, getötet, verletzt und in größes Leid gestürzt hat. Das Ausmaß der Verletzung ist überwältigend. Selbst für viele von uns, die wir weit entfernt davon erfahren. 

Das Herz blutet uns bei dem Anblick dessen, dass dieses, ohnehin von Armut herausgeforderte Volk, mit solcher Naturgewalt getroffen ist. Und das Herz blutet und verstummt, bei der Wahrnehmung, dass schon wieder einer der heiligen Orte erschüttert, das "Dach der Welt" gerüttelt, die Tempel und die Herzen der einfachen Menschen überwältigt sind. Menschen, Tempel und Natur, von der sich einige von uns Hilfestellung und Vorbild erhofft haben....Nun sind sie in Trümmern und wir sehen ihre eigene Hilfsbedürftigkeit.

Viele suchen in den asiatischen Philosophien oder der buddhistischen Religion, auf dem Mount Everest oder in den Tempeln des Weltkulturerbes nach Trost. Wir suchen Hilfestellung bei den "glücklichsten Menschen" die noch "wissen, wie man miteinander lebt“. Beispielsweise in Bhutan, östlich von Nepal. Glücksforscher Lahm Dorji berichtet, dass dort die glücklichsten Menschen leben. 

 

Manche, weniger esoterisch veranlagte Menschen suchen auch Halt und Trost in gut geordneten Lebenssituationen, sie ergreifen einen sicheren Beruf, und entscheiden sich für Partner, die erwiesenermaßen verlässlich sind. Der Glück suchende meint das Glück fände sich in einem sicheren Leben. 

 

Mache ich eine Reise wähle ich als Glück-Suchende vielleicht die Lufthansa anstatt eine No-Name Fluggesellschaft. Als Beruf wähle ich es vielleicht Pilotin zu werden, statt Sekretärin. 

 

Aber wie gehe ich damit um, dass das Leben auch mit dem besten Glücks-Marketing immer wieder Erschütterungen bereithält? Wie reagiere ich auf den Absturz eines Flugzeugs, mit 150 Menschen an Bord, wegen des Suizids eines Co-Piloten?

 

Finden wir nicht das wahre Glück vielmehr im Erkennen unserer aller Hilfsbedürftigkeit? Während des Aufbaus nach dem Erdbeben und im Verarbeiten, Vergeben und neues Vertrauen schaffen?

 

Anstatt Trost zu suchen in alten Traditionen oder modernen Organisationen sollten wir die Menschen wieder sehen, wie sie sind. ….Hilfsbedürftig!

 

Wir brauchen einander! Wir brauchen uns gegenseitig! Und wir brauchen eine Kommunikation über das, was in uns Hilfe benötigt! 

Unsere Piloten, wie auch jeder andere Arbeitnehmer, braucht Möglichkeiten seine Schwächen zu zeigen und wieder vertrauensvoll mit Kollegen und Freunden zu werden.

 

Das bedeutet Resilienz: Nach der Zerstörung der, inneren wie äußeren, Tempel einander zu helfen den Schutt zu entfernen, die Verletzten zu versorgen, und durch diese Aufräumarbeiten auch das eigene Herz wieder in Frieden zu bringen. So dass wir wieder vertrauen lernen, indem wir einander helfen.

 

 

Do

05

Feb

2015

Sich in die Tiefe des Yin einlassen...

 

Es ist gar nicht so einfach. Wieder einmal ist es Winter geworden und eine weitere Woche ohne viel Sonnenlicht verdunkelt die Tagesverfassung.

 

Diese, dem YIN zugeordnete Zeit, mit der größten Dunkelheit gilt in der daoistischen Philosophie als die Zeit der „Essenz“ und des "Potenzials". Eine Zeit, die dem "Wasser“ zugeordnet wird und angeblich beherbergt sie unsere Ursprungs-Kraft, eine sexuelle Energie, die den Ursprung allen Lebens beinhaltet. Ich würde diese Kraft mit Resilienz bezeichnen. Eine Qualität die uns die Regenerations- und Anpassungsfähigkeit schenkt um mit den Widrigkeiten und Herausforderungen des Lebens klar zu kommen und in gewisser Weise, mit den "Wassern des Lebens gewaschen, neu wieder hervorzutreten.

Vertrauen in die „im Verborgenen liegenden Kräfte“ eines Samenkorns zu entwickeln ist nicht so leicht, besonders während der Phase in der es unter der Schnee und Eisdecke in der Erde versteckt liegt. In den dunklen Wintertagen drängt sich uns eher die Sehnsucht nach dem Licht, dem Yang. Die Vorstellung, dass dieser stillen, dunklen Phase eine Kraft innewohnt, wirkt wie ein Versprechen, auf das man geduldig warten muss, bis endlich die aktivierende Explosion von Grün und eine Neu-Geburt im Frühling geschieht.

 

Aber was ist mit den Monaten der Schwangerschaft, in denen wir uns als Menschen im Medium des Wassers entwickelten? Was ist mit dieser Qualität des „Wasser-Elementes“, die das konzentrierte Potential im Weiblichen verbirgt? Warum ist unsere Beziehung zum Verborgenen, Dunklen, Unterbewussten, Sexuellen und Flüssigen so ambivalent?

 

Auf geradezu mystische Art verspricht uns das Potenzial der Wasser-Energie, die „Essenz“ etwas, dessen sich der moderne Mensch nicht mehr so sicher ist: Dass nämlich allein durch das Sein, durch „Still sein“, man könnte auch sagen durch „vertrauensvolle Gelassenheit“ das lebendige neu erschafft.

 

Es gibt einen Ausspruch, den der aktive moderne Mensch manchmal, so scheint es, vergessen hat: „dass nichts schneller wächst, wenn man daran zieht“. Wohl aber hat „Wasser“ noch jeder Pflanze geholfen zu wachsen.

Di

16

Dez

2014

Das Loslassen

 

Die Wandlungsphase Metall lehrt uns das Loslassen. Keine Farbe der Elemente ist so mit dem NICHTS verbunden, wie die Farbe Weiß, oder auch das silbrige Glänzen des reinen, von der Sonne beschienenen Schneeberges. Wir können im Metall die Erfahrung der Leere und des NICHTS machen, der wir so gerne im Weihnachtstrubel entfliehen.

 

So wie in diesem verlassenen Ort, in der Isluga Wüste, einem Hochplateau in den Chilenischen Anden, kann der Geist sich einfach an NICHTS festhalten...es gibt kein Essen, keine Unterkunft, die Wege sind weit und schwer zu erkennen, sogar der Sauerstoff ist knapp...

Und dennoch, wenn wir auf das "fallen", auf dem "landen", was Gott ist, dann ist auch ein vollkommen leerer Ort eine vollkommene, gefüllte Weite....bereit uns aufzufangen und in unserem wahren Wesen willkommen zu heißen.

 

Warum also halten wir an allem so fest? Formulieren Wünsche und erfüllen Wünsche zum Weihnachtsfest? Hetzen von hier nach da um das Jahr zu einem guten Ende zu bringen? Was fällt uns so schwer daran, es einfach zu Ende gehen zu lassen und uns tatsächlich in die Winterzeit sinken zu lassen und in die Stille des Yin zu kommen? Alles in die Farbe Weiß zu tauchen...und mit einer, die Lautstärke und die innere Aktivität des Geistes dämpfenden, Schneedecke zu belegen.

 

Dazu ein Gedicht, dass ich euch allen zu Weihnachten zitieren möchte:

 

Auf Gott fallen

 

Dir den Stuhl

Unter deinem Verstand wegziehen

Und sehen,

Wie du auf Gott fällst -

 

Was auf dieser Welt könnte Hafiz

Sonst noch mehr Spaß machen?

 

Daniel Ladinsky, Ich hörte Gott lachen

 

 

Do

02

Okt

2014

Wandlungsphase Erde...

 

Die Wandlungsphase Erde lässt uns unsere Stabilität und die Grundlage in unserem Leben spüren. Sie bezieht sich auf unser Verbunden Sein mit anderen Menschen, unsere Körperliche Kraft aber auch auf die finanzielle Sicherheit. Ob wir nun unsere Stabilität durch Bewegung erreichen oder durch Still werden, wir müssen für diesen Bereich unseres Lebens Verantwortung tragen…

 

Stabilität kann sowohl dadurch erreicht werden, dass wir, wie ein Kreisel in einer gleichmäßigen, sich auf das Zentrum konzentrierenden Bewegung in genügender Geschwindigkeit kreisen. Genauso entsteht Stabilität aber auch durch das Gegenteil, ein wachsendes sich Verwurzeln, ein lang genug anhaltendes sich mit den Dingen verbinden, ein ruhiges Halten, wie wenn wir etwas mit Klebstoff auf einen festen Grund fixieren…wir benötigen möglichst viel Fläche, Klebstoff, am besten noch die Schwerkraft und etwas Geduld!

Dies sind die beiden Richtungen von Yin und Yang…die Wandlungsphase Erde macht sich beide Energierichtungen zu Nutze. Immer zu dem Zweck….Stabilität und Sicherheit zu erschaffen.

Ein Lebensbereich, der die Erde sehr deutlich spürbar macht ist zum Beispiel die Frage nach der Krankenversicherung. Ich habe mich in den letzten Wochen damit auseinandergesetzt und bemerkt, wie wichtig es ist, in dieser Frage die Energierichtung der Erde einzuhalten. Leider war der Klebstoff, oder auch Honig, der uns die Yin-Bewegung der Erde schenkt in meinem Fall ausgegangen…die Krankenversicherung deren Süße ich bisher genießen konnte würde nach meiner Scheidung nicht weiter zahlbar sein: Also hieß es in Bewegung kommen….aber das Zentrum nicht aus dem Blick verlieren!

Das Zentrum ist das Vertrauen in die Gaben, die das Leben uns schenkt! Eine Gesundheit oder auch Krankheit, mit der wir umgehen können werden, die Kraft Geld zu verdienen, unser eigenverantwortliches Handeln um unseren Körper gesund zu erhalten und dass wir nicht allein sind auf diesem Planeten, sondern Hilfe erhalten von Ärzten, Heilern, Mitmenschen. 

 

Mo

25

Aug

2014

Freiheit für die Leber

Diesen Monat beschäftigt mich die Holz-Energie und die ärgerlichen Kleinigkeiten, die einem als Laus über die Leber laufen können…

Die Lebensphase die dem Holz-Element zugeordnet ist, ist die Kindheit und frühe Jugend. Freiheit, Ungebundenheit, Spiel, Kreativität und ein enormer Freiheitsdrang sind die Bewegung, die wir an dieser Stelle machen wollen. Wenn aber jemand daher kommt und uns sagt, dass wir noch nicht „so weit sind“ wird die Holz-Energie in uns aktiv und wirbelt nach oben, wie bei dem berühmten HB-Männchen. Es gibt aber auch ein Heilmittel, welches das „Aus“ für die Laus bedeutet, die gerade über unsere Leber gelaufen ist.

 

Letztens war ich bei meiner Hautärztin. Sie ließ mich, wie immer, die Zunge heraus strecken. Ich lag währenddessen nur noch leicht bekleidet auf ihrer Behandlungsliege. „Trinken Sie immer noch Milch?“ fragt sie mich….

Was für eine blöde Frage, denke ich und wiederhole innerlich in äußerst ärgerlichem Ton ihr „immer noch“… als ob ich mich wie ein Kleinkind verhalten würde, weil ich Kuhmilch trinke. Und warum fragt sie mich nicht nach meinen Erfolgen: Schon 2 Jahre keinen Alkohol, mittlerweile 30 Minuten am Stück joggen. Vielleicht sollte ich sie mal fragen, ob sie denn „noch genügend Sex in ihrem Leben hat“….so zischt mir entrüstet meine Leber ins Ohr, der offensichtlich gerade eine riesige Laus die Laune verdorben hat.

 

Der Freiheitsdrang der Wandlungsphase Holz hat grundsätzlich eine Allergie gegen ungefragte und nicht einfühlsam geäußerte Kritik. Wie das Kind, das spielt sich ungern plötzlich sagen lässt, dass es doch gar kein König mit unbegrenzter Macht und einem Schwert ist, sondern sich jetzt mal die Hände waschen und zum Essen kommen soll. Was das Kind und auch die erwachsene Holz-Energie brauchen, ist etwas, das als Wort oft im religiösen Kontext gehört und oft selbst ein wenig maßregelnd empfunden wird: Das Mitgefühl.

 

Jeder, der für etwas kämpft, und das ist es, was die Holz-Energie für uns tut, jeder der aktiv die eigenen Wünsche in die Tat umsetzt, braucht Mitgefühl. Das Holz riskiert es gesehen zu werden mit den innersten Wünschen und Träumen. Das macht verletzlich. Es ist bei dem kleinen König so, wie bei dem, der sich um seine Gesundheit kümmert und sich dem kritischen Blick des Arztes unterzieht. Wir müssen die Sehnsucht und den Wunsch hinter der Tat des Holzes sehen und mit den Erfolgen und Niederlagen gefühlvoll umgehen.

 

Uns selbst mit Mitgefühl zu begegnen bedeutet, die Verletzlichkeit in unseren Taten sehen und uns darin zu unterstützen, dass wir deshalb nicht aufhören, sie zu tun. Uns einfach liebevoll und freundlich zulächeln und, wie das Kind, den Blick zurück auf die eigenen Ziele lenken. Ein Gefühl für uns selbst bekommen, für unsere Verletzlichkeit, aber auch für die Superkräfte, die wir alle haben!

 

Y         I          N

Kraft schöpfen im eigenen Potenzial

 

* Yin-Body Coaching

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ANNETT MAY

 

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