Die "Schalt dein Herz nicht" App

 

 

"Schalt dein Herz nicht App", das war der letzte Song in einem Stück, dass ich dieser Tage im Hamburger "Schmittchen" gesehen habe. "Amor läuft Amok" Liebe in Zeiten des Internets. Sehr zu empfehlen!

 

 

Als 2007 das iPhone heraus kam war ich mit meinem damaligen Mann unterwegs zu einer kleinen Auszeit in der Natur. 2 Dinge hatte ich nicht bedacht. Zum einen die unglaubliche Anziehung, die so eine Technik auf einen Mathematiker ausüben würde, und außerdem die Nähe der Brandenburger Natur zu Städtischer Zivilisation. Jedenfalls konnte der technikbegeisterte Mann, der seinen Bedürfnissen in dieser Hinsicht meist nur mit Verleugnung und anschließender Revolte nachgehen konnte, nun nicht anders als während unserer Auszeit in die Stadt zu fahren und ein iPhone zu kaufen. Die weiteren Spaziergänge durch die Natur können Sie sich sicher vorstellen. Goole-Earth und die Netzanbindung im Brandenburger Wald zu erforschen sind wirklich sehr interessant.

 

Mittlerweile bin ich auch zur Dauernutzerin geworden und quasi vollständig ver"apple"t. Auch in diesem Moment sitze ich ja nun an meinem Gerät um mit Ihnen zu kommunizieren. Dennoch beschäftigt mich in der Körpertherapie und vor allem in der Paartherapie diese Frage. Wie wirken sich die digitalen und doch so lebenstechnisch immer stärker verfeinerten Medien auf unser Zusammensein aus? Und wie sollten wir damit umgehen um unsere Beziehungen gesund zu erhalten?

 

Dass uns das Smartphone nicht immer gut tut haben schon viele Menschen erkannt. Laut einer gerade veröffentlichten Studie haben 38% schon einmal versucht ihren Smartphone-Konsum einzuschränken. Das liegt, so glaube ich, nicht einmal an den ganz offenkundlich spürbaren und nachgewiesenen Wirkungen. Dem tatsächlichen Zeitverlust für analoge, unmittelbare, spürbare Erfahrungen, oder der Schlafqualität, welche sich nach abendlicher Bildschirmzeit verschlechtert, da das Licht die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hemmt. Auch nicht daran, dass Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit im Moment Präsent zu sein sich verschlechtert oder ein gewisser Suchteffekt entsteht.

 

Ich glaube die Erkenntnis, dass die digitale Welt nicht immer gut für uns ist liegt daran, dass wir bemerken, dass sie uns den direkten Kontakt mit den Menschen nicht nur nicht ersetzt, sondern oft sogar verhindert. Jeder Mensch braucht Beziehungen, und in diesen Beziehungen ein gewisses Maß an Berührung, Intimität und auch Exklusivität.

 

Das Tablet oder Smartphone im persönlichen Umfeld kann aber nun im intimsten Privatbereich, ganz plötzlich den Raum in die Öffentlichkeit erweitern. Plötzlich sind wir nicht mehr mit unserem Partner in einer Zweisamen Inneren Atmosphäre, sondern einer von uns beiden hat die Tür geöffnet für das Außen und die "ganze Welt" des Außens ist zugänglich. Wir müssen die Aufmerksamkeit teilen, wir werden aufgefordert nach "Außen" zu blicken, wir vergleichen uns, wir konfrontieren uns mit anderen Sichtweisen .... Wir werden in die Welt des Bewusstseins, die Welt der Erkenntnis gezogen, beißen quasi in den Apfel der Erkenntnis, verlieren aber in diesem Moment den Kontakt zu den unausgesprochenen unterbewussten Ebenen.

 

Ich bin ein Mensch der sehr viel Zeit mit dem "Innen", innerem Erleben, Berührung, unmittelbarem Kontakt und Zweisamkeit in der Beziehung braucht. Für mich hat dies beispielsweise dazu geführt, dass ich mit meinem zweiten Mann im letzten Jahr eine Auszeit genommen habe, bei der wir viel Zeit in unberührter Natur ohne Netz und an einsamen Orte in Zweisamkeit verbracht haben. Wie einige vielleicht bemerkt haben, war mir fast 2 Jahre danach nicht danach zu Mute meinen Blog zu schreiben und mich im Internet zu zeigen.

 

So drastische Veränderungen sind sicher nicht für jeden Menschen angebracht und schon gar nicht notwendig im Umgang mit den Medien. Was ich allerdings für notwendig halte ist es, sich in modernen Beziehungen  dieser Frage zu stellen: Wie kann der Medienkonsum so gestaltet werden, dass beide Bedürfnisse des Menschen Beachtung finden, die Öffnung in die Welt und die Vertiefung ins Innere.

 

Eines der Zentren im Körper, das in der Körpertherapie als Verbindende Kraft zwischen Bauch und Gehirn, also auch zwischen Geist und Körper, Außen und Innen... bekannt ist, ist das Herz. Also ... schalt das Herz nicht app, sondern an!

 

Y         I          N

Kraft schöpfen im eigenen Potenzial

 

* Yin-Body Coaching

* Shiatsu und * Watsu®

* Yin Paarberatung

 

ANNETT MAY

 

Obentrautstraße 29

10963 Berlin-Kreuzberg

U-Bahnhof Mehringdamm

 

Mobil: 0174-9179056

may@yin-shiatsu.de