Verschwommene Sicht

 

 

 

 

Das Leben ist wie eine Stickerei. In der ersten Hälfte siehst du die Vorderseite. In der zweiten die nicht ganz so schöne Rückseite. Aber dafür siehst du die Fäden, wie alles zusammenhängt und wie es gemacht ist.

 

Arthur Schopenhauer

Wie kommt es eigentlich, dass im Herbst die Sicht schlecht wird und wir die Welt nur noch wie durch einen Nebel betrachten können? Natürlich, werden Sie sagen, das Wetter wird diesig, die Luftfeuchtigkeit nimmt zu, Dunkelheit und trübes Wetter. Aber das DAO fragt ja immer nach den tieferen Sinn der Dinge.

 

Das Sehen ist im 5 Elemente System im Element Holz zugeordnet. Dem Frühling, wenn die Welt all die wunderbaren Dinge hervorbringt, die durch ihre Form und Farbe und ihr Grün, das Auge erfrischen. Der Herbst dagegen, der die sichtbare Welt immer kühler und karger werden lässt, ist wenig für das Auge ausgelegt. Die Wandlungsphase Metall, der der Herbst zugeordnet ist, bildet eine Art natürliches Gegenteil zum Frühling des Holz-Elementes. Statt üppiger frischgrüner Blättermeere zeigen die Bäume nur noch ihren dunklen, graubraunen Stamm und erdfarbene Blätter, die am Boden auf ihren Übergang in eine tiefere, dunklere Phase ihres Daseins warten. 

 

Die Vergänglichkeit ist nichts, was wir gerne sehen. Die Kosmetik- und Schönheits-Industrie profitiert mit über 16.000 Millionen Euro Marktvolumen pro Jahr davon. Menschen, die sich in der Lebensphase des Metall-Elementes, den Wechseljahren, befinden, ziehen sich entweder langsam zurück aus der Öffentlichkeit oder sie versuchen nach Außen das Bild der frischen Vorgängerphasen zu behalten. Vielleicht ist es sogar kein Wunder, dass ohnehin ab 50 die Sehstärke extrem nachlässt und wir somit auch unsere Altersgenossen nicht mehr so deutlich sehen. Dies jedenfalls ist der Anlass für mich, um über das Sehen und den Herbst nachzudenken.

 

Seit einiger Zeit laufe ich also durch die Welt und sehe nur noch unscharf. Die Anzeigetafel bei der Bahn oder andere Hinweisschilder sind für mich nicht mehr lesbar. Ich muss mich also mehr und mehr auf meine Erfahrung konzentrieren und einen inneren Kompass benutzen, um an meine Ziele zu gelangen. Das fällt mir, besonders bei gewohnten Wegen, nicht schwer. Und wenn der innere Zeitplan genügend Raum einräumt kann ich mich wunderbar bewegen. In gewisser Weise genieße ich sogar, dass ich die Welt ein wenig weicher wahrnehme. Ich habe ohnehin die Menschen nie verstanden, die in allen Details und Verwicklungen, alles was um sie herum passiert mitbekommen wollen.

 

Ich sehe das eher wie Schopenhauer und genieße die verschwommen wirkende Sicht, weil sie mir die wahre Tiefe…die innere Sicht…leichter macht.

Yin-Shiatsu

Shiatsu und Watsu

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Annett May
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