Bitte kein Spiel mit dem Feuer!

 

Es gibt seit einiger Zeit einen neuen Trend: PROTEST! 

Das, was das Dao das „Holz-Element“ nennt, ist die neue Lebensphilosophie.

 

Leider wird aber diese ansonsten so kreative und Erneuernde Kraft derzeit gewaltig karikiert und von der sonst so künstlerischen Palette der „Holz“-Farben nurnoch die aggressiven, schnöden, giftigen gewählt. Die Menschen „schreien“ ihre verletzten Gefühle heraus. Trotzig wird die Schuld den anderen zugewiesen. Die Tonlage wird nicht nur lauter, sondern auch gemein und verletzend, „Frei von der Leber“, „Giftig wie die Galle“ und zum Teil in einem Niveau weit „unter der Gürtellinie“. Wie aggressiv das wirkt wird ausgeblendet, ignoriert oder als unvermeidliche Reaktion mit der eigenen Verletzung oder Benachteiligung gerechtfertigt.

 

Nicht nur der neue Umgang in der Politik, Nein, leider auch im Persönlichen, erlebe ich diese Tendenz: Fühlt sich jemand schlecht behandelt, reagiert er mit trotziger Aggression, verliert den Respekt, und bei dieser fehlenden Achtung bleibt die Achtsamkeit gleich mit auf der Strecke. Schäden, auch Kollateral-Schäden, werden naiv ausgeblendet oder in Kauf genommen.

 

Grundlegende Werte, wie ein „letzter Wille“, Familienrituale oder Zugehörigkeiten, die gewählte Regierung, ja sogar die Wahl für das Amt des Präsidenten von Amerika, werden lapidar und herablassend, mit kindlichem Trotz und Selbst-Zentriertheit, zum Teil sogar schnöder Verachtung behandelt.

 

Das Auge ist das Sinnesorgan des „Holz-Elementes“. Die Vision, das Sehen des Ziels, auch das Sehen der Ungerechtigkeiten sind Voraussetzung einer gesunden Auseinandersetzung und Rebellion. Aber, das Sehen ist Segen UND Fluch des „Holz-Elementes“! Wenn die Emotionen des „Holzes“ Neid, Wut und Eifersucht das Auge erreichen „werden wir blind“. Auch der Blick aus dem sprichwörtlichen „Holz-Auge“ hat zum einen ein überdimensioniertes Misstrauen und ist zum Anderen zu sehr auf ein einziges Ziel ausgerichtet: Die eigene Verteidigung. Grenzen ziehen, eine Mauer bauen, sich nicht mehr als Gemeinschaft fühlen, sondern feindlich. Dieser Blick macht es schwierig, umsichtig „das Ganze“ zu sehen. 

 

Da ist es nicht verwunderlich wenn dieser Blick zu „einem vermeintlich Großen“ schaut. Nicht einem von den „konservativen Alten“, sondern zu einem völlig Frischen, einem, der nicht viel größer ist, aber doch groß genug um das sehnsüchtig erwartete zu erreichen: Erfolg! 

Der Blick geht in die Zukunft. Das Dao nennt es das „Feuer-Element“.

 

Nehmen wir Trump. Der narzisstische Show-Typ, der sich gebärdet wie ein „Halbstarker“; Der starke Macho, der selbst seine sexuelle Selbstüberschätzung Salonfähig macht. Einer, der Empathie für die Herzenswünsche aller Menschen verspricht, selbst wenn die Erfüllung der Bedürfnisse sich gegenseitig ausschließt; Einer der auch das Unmögliche möglich macht! Und einer der unerbittlichen Kampf verspricht, ja androht!…. Ein leibhaftiges Versprechen des „Feuer-Elementes“. Sogar die Geistige Verdrehung der Bedeutungen sind „Feuer“-Freuden: Eine Niederlage könnte nur an der Schuld und Gemeinheit der Anderen liegen.

 

Ein verlockender Gedanke für das „Holz“… „zum Feuer zu werden“.

Aber dieser Blick ist einseitig. Er sieht nicht „das Ganze“ und hält die eigene Position für den Anfang aller Dinge, nicht aber als Teil eines „Ganzen“.

 

Der Daoistische Zyklus ist, wie der Name schon sagt ein Kreislauf: Aus dem spontanen Kind (Holz) erwächst der sich darstellende junge Erwachsene (Feuer). Der reife Mensch mit Verantwortung (Erde) kommt im „Metall“ in die Wechseljahre und findet zu seinen Werten. Im Alter (Wasser) sammeln sich die Erfahrungen des Lebens. Und erst der Alte Mensch, der wieder zum Kind wird, ist der, der eine wirklich guter Ratgeber für einen Neubeginn ist.

 

Ich wünsche mir sehr, dass die Menschen, die sich benachteiligt oder abgehängt fühlen und ihren Protest spüren, sich wieder ihrer ganzen Natur, „allen Elementen“ zuwenden. Zunächst einmal in Richtung Vergangenheit. Einem Gemeinschafts- und Familien-Gefühl; dem Spüren, wo sie geliebt werden (Erde). Der Wahrnehmung der eigenen Werte; dem Mut, das eigene Verhalten genauso scharf zu bewerten, wie das der Anderen (Metall). Dem Vertrauen in ihre Wurzeln und der eigenen Gelassenheit und Weisheit (Wasser)

Und dann in Richtung einer neuen Zukunft, die mit Offenheit und Durchsetzungskraft neu ausgedacht (Holz) und mit Geistes-Gegenwärtigkeit und Herzenskraft gestaltet wird. So dass Größe entsteht!

 

Wer nur Kind (Holz) ist, hat auch nur die Größe eines Kindes.

 

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